Eine Werkstatt, fünf Generationen

Hundertfünfzig Jahre am gleichen Hof.

Begonnen hat alles 1873 mit Christian Failmezger und einem kleinen Steinbruch oberhalb von Benningen. Was er gegründet hat, geben wir seit fünf Generationen weiter.

Die Linie

Christian, Gustav, Karl,
Jörg, Till.

Jede Generation hat eigenes Werkzeug an die Bank gelegt, eigene Schwerpunkte gesetzt, eigene Schriften entworfen. Was gleich geblieben ist: der Ort, das Material, die Art zu arbeiten.

Eine Quittung, gefunden vom Pleidelsheimer Ortshistoriker Daniel Pfeiffer, datiert die Werkstatt auf 1873. Drei Mitarbeiter sind heute fest da, dazu die Familie in der Verwaltung.

Chronologie

Die Generationen.

1873

Christian FailmezgerGründer

Beginnt mit einem Steinbruch oberhalb von Benningen und nimmt erste Auftragsarbeiten an. Soll, so die Familienerzählung, in Armut gestorben sein — und doch der Anfang von allem.

um 1910

Gustav FailmezgerZweite Generation

Übernimmt vom Vater, hält das Handwerk im Ort lebendig. Die Werkstatt wird zur festen Adresse für Grabmale in Pleidelsheim und Umkreis.

1939

Karl FailmezgerDritte Generation · 1908–1991

Übernimmt mit 31 Jahren mitten in unruhiger Zeit. 1952 baut er die heutige Werkstatt am Ruhbronnweg, 1960 erweitert er das Wohnhaus. Sein Bau steht bis heute — und in ihm wird heute noch gearbeitet.

1975

Jörg FailmezgerVierte Generation · *1947

Steinmetzbrief 1965 in Ludwigsburg, im selben Jahr Bundessieger. Studium an der Schule für Gestaltung Luzern bei A. Egloff, 1972 Meisterprüfung in München. Seit 1975 freischaffender Bildhauer, bis 1980 zusammen mit seinem Bruder Eberhard, danach allein. Bis 2015 Obermeister der Steinmetz- und Steinbildhauerinnung Ludwigsburg/Böblingen/Rems-Murr.

Ausgezeichnet 1978 mit dem Kunst-am-Bau-Preis, 1986 mit dem Gestaltungspreis des Bundesinnungsverbands, 2005 mit dem Grabmalgestaltungspreis Baden-Württemberg.

2016

Till FailmezgerFünfte Generation · *1973

Steinmetzlehre 1991–1994 bei Bildhauer Nikolaus Kernbach in Aulendorf, Kammersieger mit Stipendium. 1996 Akademie für Gestaltung Ulm, 2001 Meisterschule München. Übernimmt die Werkstatt 2016. Aktuell unter anderem mit der Erweiterung des halbanonymen Grabfelds an St. Peter in Bietigheim-Bissingen befasst.

Selbstverständnis

Wie wir arbeiten.

Wir sehen uns als Bildhauer und Steinmetzbetrieb in einem. Das ist keine Pose, es ist die Arbeitsweise: Wir zeichnen den Entwurf, suchen den Stein dazu aus, und führen aus.

Heimischer Naturstein zuerst — Muschelkalk, Sandstein, Travertin aus der Region. Internationaler Stein, wenn das Werk es verlangt: Granit aus Skandinavien, Marmor aus Italien.

Wir bilden aus, seit es die Werkstatt gibt. Jeder Geselle, der hier durchgegangen ist, hat die Werkstattbank kennengelernt, an der schon der Urgroßvater stand.

Spuren im Ort

Was in der Region steht.

Wer in Pleidelsheim am Rathaus vorbeigeht, sieht Jörgs Brunnen. Wer durch Ingersheim spaziert, läuft seit 2020 durch einen Skulpturenpark mit seinen Arbeiten. Wer in Bad Rappenau oder Böblingen unterwegs ist, kann öffentlichen Werken begegnen, die hier am Ruhbronnweg entstanden sind.

Über fünfzig Jahre an öffentlichen Aufträgen, Sakralbauten und Grabmalen — eine Auswahl finden Sie auf der Seite Arbeiten.

Brunnen aus Naturstein, öffentlicher Auftrag der Failmezger Werkstatt
Freie Plastik aus Naturstein, öffentlicher Raum